Im Herbst auf der „Alten Fahrt“

Alte_Fahrt_08Die Mecklenburger Seenplatte ist ein herrliches Paddelrevier – vor allem, wenn man es sich nicht mit Motorbooten oder Horden anderer Touristen teilen muss. Eine ausgezeichnete Gelegenheit dafür bietet die herbstliche Tour des TKV, die seit ein paar Jahren Mitte November auf der „Alten Fahrt“ stattfindet. Das bedeutet zunächst, dass der Wecker wieder mal sehr früh klingelt, eine längere Autofahrt bevorsteht und alle Teilnehmer gut gelaunt in Vipperow in die Trockenanzüge steigen.

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Der frühe Vogel wird mit einem 35 km langen Rundkurs belohnt, der im Herbst ein beeindruckendes Naturerlebnis bietet. Von Vipperow aus geht es nördlich auf die Müritz, die sich regelmäßig in dichten Nebel hüllt. Im Bolter Kanal beginnt die eigentliche „Alte Fahrt„, ein Abschnitt der Seenkette, der von der Schifffahrt nicht mehr genutzt wird und konsequenterweise in weiten Teilen für den Motorbootverkehr gesperrt ist. An einem kühlen Novembermorgen ist dort auch sonst niemand, sodass die Ruhe perfekt ist. Das Glück, dass in Granzow die Mittagspause durch ein wärmendes Lagerfeuer gekrönt  wird, hat man zugegebenermaßen nicht immer. Der Schleusenwärter in Mirow ist allerdings stets gern bereit, den Paddlern in dieser Jahreszeit die Umtragung zu ersparen. Zurück geht es flott und gegen die einbrechende Dunkelheit anpaddelnd über den Müritz-Havel-Kanal nach Vipperow. Auf der Heimfahrt sind sich Jahr für Jahr alle Teilnehmer einig, dass dies eine ganz besondere Fahrt ist.

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Kein Nebel, viel Oder

IMG_0058Verbandsfahrten muss man mögen. Bei solchen mit jahrelanger Tradition hilft es, von Anfang an dabei gewesen zu sein. Die Nebel-Oder-Fahrt veranstaltete die SG Aufbau Eisenhüttenstadt 2013 zum 38. mal. Die zweitägige Fahrt führt auf der Oder von Eisenhüttenstadt über Bleyen nach Hohenwutzen. Links Brandenburg, rechts Polen ist die herbstliche Landschaft ein großer Genuss. Großer Nachteil ist der enorme logistische Aufwand am An- und Abreisetag. Von Berlin aus muss man mit eigentlicher Fahrt und Shuttle zwischen Start und Ziel fünf Stunden einplanen. In denen käme man auch bis nach Neuharlingersiel – und bis zur Ostsee allemal.

Im Kajak von Berlin nach Cuxhaven

Vor längerem habe ich mal in einer Kanuzeitschrift einen Bericht über eine Paddeltour von Berlin nach Hamburg gelesen – mehrfach dann selbst in Erwägung gezogen. Ich bin aber nie über das Ideenstadium hinausgekommen. Was es braucht, ist schlicht eine Gelegenheit. Schließlich habe ich an einem Samstag im September einen „Termin“ in Cuxhaven – ein Kind will getauft werden. Die zwei Wochen vorher habe ich frei. Der Plan drängt sich auf, mit Muskelkraft anzureisen.

Am Samstagmorgen, zwei Wochen vor der Taufe, steige ich also wie gewohnt am Schwimmsteg des TKV ins Boot. Irgendwie ist es noch relativ unwirklich, dass ich von dort nicht die übliche kleine oder große Runde vor mir habe und nicht ein paar Stunden später das Boot wieder ins Regal räume. Heute ist das Boot bis in die Spitzen beladen, liegt tief wie noch nie und ist zudem völlig hecklastig. Das ist bei dem Wind nicht wirklich angenehm, weil sich das Boot ständig dreht. Ich bin aber viel zu sehr in Aufbruchsstimmung, als dass ich das jetzt nochmal umpacken würde. Die bessere Verteilung des Gewichts soll sich in den nächsten Tagen einstellen und die Ladung wird ja ebenfalls immer weniger. Catharina begleitet mich noch auf den ersten Kilometern, dreht dann aber um und ich bin auf meiner ersten Solotour. Seit dem Hiddenseemarathon bin ich nicht mehr wirklich viel gepaddelt. Ich bin aber recht zuversichtlich, dass sich die Paddelkondition wieder schnell einstellen wird. An der Schleuse Spandau ist der Havelkilometer 0 angeschlagen. Die nächsten Tage soll diese Zahl auf meinem Weg kontinuierlich steigen. Unterwegs komme ich mit mehreren Paddlern ins Gespräch über Grönlandpaddel und verschiedene Marathonveranstaltungen. Einer fragt mich, ob ich ihm mal kurz mit einer Karte aushelfen könne, damit er sich nochmal wegen seines nächsten Abzweigs rückversichern kann. Aus meinem beeindruckenden Stapel laminierter Karten reiche ich ihm die oberste und erkläre auf seinen fragenden Blick hin nur: „Ich will zur Nordsee.“

Am ersten Abend in Ketzin habe ich die Gelegenheit, die neuen Teile meiner Ausrüstung endlich unter realen Bedingungen einzuweihen. Insbesondere auf meinen Hobo habe ich mich gefreut. Bewusst habe ich sonst keinen Kocher mitgenommen und werde die nächsten zwei Wochen nur auf offenem Holzfeuer kochen. Das stellt sich als schwieriger heraus als zunächst gedacht. Aber irgendwann gewöhne ich mich auch an die Hitzeregulierung und genieße die ersten Spaghetti mit Thunfisch dieser Tour bis mich die Mücken ins Zelt treiben.

Nach ein paar guten Eierkuchen zum Frühstück geht es früh am nächsten Morgen weiter flussabwärts. Im ständigen Wechsel von absolut unberührter Natur und vereinzelten Siedlungen schiebe ich mich die Havelbuchten entlang. Hat sich eben noch eine kleine Ringelnatter weggeschlängelt, fahre ich jetzt schon in Brandenburg ein. Gerade auf den größeren Seen erzeugt der Wind auch heute noch ordentliche Wellen – aber jetzt ist mein Boot wesentlich besser getrimmt und das Seekajak ist in seinem Element. Abends gönne ich mir auf einem Zeltplatz eine heiße Dusche und in der benachbarten Gaststätte ein Schnitzel. Völlig untypisch sind die Dauercamper durchgehend freundlich.

Der nächste Morgen beginnt mit einem beeindruckenden Naturschauspiel: ein großer Schwarm Wildgänse lässt sich mit lautem Geschnatter auf der Havel nieder. Einmal mehr hat sich das frühe Aufstehen zum Sonnenaufgang gelohnt. Die Mittagspause verbringe ich heute unter dem Schild von Havelkilometer 100. Die herrliche Sonne soll genutzt werden, um mit dem mitgebrachtne Solarpanel mein Handy aufzuladen. Die passenden Kabel sind natürlich nicht dabei, sodass ich noch eine kleine Shoppingtour in Rathenow einlege, bevor es mit einem Liter Mezzomix in der Tagesluke zielstrebig weiter geht. Durch Zufall entdecke ich in Gütz einen sehr gut ausgestatteten Biwak-Platz, der offenbar so neu ist, dass er nicht in meiner Karte eingezeichnet ist. Jeder in dem Örtchen scheint sich für den reibungslosen Betrieb mitverantwortlich zu fühlen, sodass einige sehr nette Gespräche entstehen.

Ganz großes Kino ist für mich die Selbsbedienungs-Kahnschleuse hinter Gütz. Völlig im Handbetrieb müssen die Schleusentore geöffnet und geschlossen werden, während das Kajak sorgsam vertaut in der Schleusenkammer treibt. Hätte ich kein Ziel vor Augen, würde ich mich hier glatt ein paar Tage als Schleusenwärter verdingen. Stattdessen genieße ich am Abend die Gastfreundschaft der Ruderriege Havelberg und nutze die Gelegenheit zu einem längeren Stadtspaziergang bei Gyros und Eis.

Schleusen gehören auf dieser Tour zum täglichen Geschäft. Immer wieder heißt es warten, bis sich die Schleusentore öffnen. Der Griff zum Telefon und Anruf in der Fernbedienzentrale wird langsam zur Gewohnheit, bevor häufig nur für mein kleines Kajak Millionen von Litern Wasser bewegt werden. Heute steht mein letzter Anruf in der Fernbedienzentrale Rathenow an. Und zum ersten Mal geht es aufwärts. Hinter der Schleuse Havelberg wartet die Elbe.

Ab jetzt kommt ordentlich Strömung ins Spiel. Auch ohne zu paddeln, treibt der Strom mich mit 4 bis 5 km/h voran. Trotz des zunehmenden Gegenwinds komme ich daher gut voran. Die Mittagspause nutze ich heute für einen kleinen Spaziergang durch das Storchendorf Rühstedt. Die Bewohner haben ihr Dörfchen recht beschaulich hergerichtet und auf jedem zweiten Dach findet sich ein Storchennest. Das dortige Geschehen wird sogar ins Internet übertragen. Auch wenn ich keinen einzigen Storch sehe, hält die Vogelwelt an der Elbe einiges bereit. Überall am Elbestrand lagern unzählige Schwärme von Gänsen und Seeschwalben auf ihrem Weg ins Winterquartier. Diese Idylle trübt kaum ein Boot. Außer ein paar Kuttern, die Instandsetzungsarbeiten an den Tonnen verrichten oder die Fahrrinne ausbaggern, sehe ich keine Wasserfahrzeuge. Mittlerweile in Niedersachsen eingelaufen, genieße ich beim Biwak in Schnackenburg den ersten Abend an der Elbe.

Der nächste Morgen hält eine gigantische Stimmung bereit. Das gegenüberliegende Ufer verschwindet völlig im Nebel. Auch die Umrisse von Schnackenburg schauen nur noch vereinzelt aus einer Watteschicht hervor. Die Sonne scheint sich immer wieder durch die Nebelschwaden zu fressen, bevor es sich anschließend wieder richig zuzieht. Die Orientierung am Tonnenstrich klappt ziemlich gut, rechts und links sehe ich aber nicht wirklich viel.

Nach der folgenden Nacht auf dem Campingplatz Elbestrand treffe ich Jürgen. Er ist von Dresden aus unterwegs, nachdem er vorher den Rhein runter gepaddelt ist. Er will noch bis Lühesand und dort „richtig Urlaub machen“. Er hat gute Tipps parat, vor allem für eine schöne Aussichtsplattform in Boizenburg, von der ich bei der Mittagspause einen großartigen Panoramablick über die Elbe genieße. In Lauenburg fülle ich unter anderem meine Haribo-Vorräte wieder auf ein erträglich Maß auf. Jetzt befinde ich mich in Schleswig-Holstein, wie mir vertraute Gesichter auf den Wahlplakaten verraten. Ab Boizenburg nimmt die Strömung der Elbe spürbar ab – dafür der Verkehr vor allem hinter der Mündung des Elbe-Seitenkanals spürbar zu. Ich treffe Jürgen wieder auf der Zeltwiese des KC Geesthacht.

Am nächsten Morgen lassen wir es sehr ruhig angehen. Wie üblich bin ich zwar zum Sonnenaufgang wach. Hinter der Schleuse Geesthacht ist die Elbe allerdings Tidengewässer, sodass man gegen auflaufendes Wasser wenig Spaß hat. Wir planen den Aufbruch so, dass wir eine Stunde vor Hochwasser hinter der Schleuse sind, durch die wir mit einigen beeindruckend dicken Schubverbänden und zahlreichen Sportbooten geschleust werden. Bei einer ungeschickten Bewegung in der Schleuse zerre ich mir einen Nackenmuskel, der mir schon das ein oder andere mal Probleme gemacht hat. Die kommenden Kilometer werden also recht unentspannt. Das eher mäßige Wetter mit dichten Wolken, gelegentlichen kurzen Schauern und vor allem stärkerem Gegenwind tut sein Übriges. Immerhin haben wir zwischenzeitlich Hochwasser gehabt. Wir paddeln also nicht mehr gegen eine leichte Strömung – vielmehr hilft sie zunehmend.

Lange ist der Landschaft nicht anzumerken, dass ich auf eine Großstadt zu paddle. Vieles erscheint vom Wasser aus naturbelassen und die gelegentlichen Gebäude könnten auch zu jeder anderen Stadt an der Elbe gehören. Erst nach verschiedenen Windungen kündigen Teile der Skyline und diverse Kräne den Hamburger Hafen an. Direkt am Bau der Elbphilharmonie liegt die Queen Mary 2 vor Anker und zieht die Blicke der Ausflügler auf ihren Barkassen auf sich. Dort wird es zudem richtig wellig – Vierer-Wind von vorn trifft auf Vierer-Strömung von hinten. Ich biege Richtung Schaartorschleuse. Entgegen anfänglicher Befürchtungen werde ich trotz fortgeschrittener Stunde und Großveranstaltung auf der Binnenalster noch geschleust. Über Alster und Isebekkanal geht es zu gastfreundlichen Freunden, wo ich das Wochenende verbringen will. Unvermittelt kommen mir Zeilen des Klassikers von Lotto King Karl ins Gedächtnis: „Wenn Du von Süden kommst, ist Hamburg direkt vor Grönland. Wenn du aus der Hauptstadt kommst, möchtest du hier gar nicht mehr weg.“

Weggewollt hätte ich zwei Tage später schon. Aber bei einer prognostizierten Windstärke 5, in Böen 7, und die Aussicht das im Hamburger Hafen zu erleben, hat dann doch zur Abwechslung mal die Vernunft gesiegt. Dafür geht es am nächsten Morgen richtig früh los. Wieder hängt die gesamte Tagesplanung am Tidenverlauf. So rollere ich eine Stunde vor Sonnenaufgang aus der Tiefgarage meiner Gastgeber und gleite um sechs Uhr über den spiegelglatten Isebekkanal wieder Richtung Alster. Gegen acht passiere ich Rathaus und die dortigen Schleusen, bevor es dann endlich in den Hafen und damit zurück auf die Elbe geht. Hier ist es heute morgen noch vergleichsweise ruhig. Trotzdem halte ich mich vorschriftsmäßig zwischen Landungsbrücken und Ufer. Die Elbe hat hier ziemlich guten Wellengang. Nachdem ich am Wochenende aber viel nun unnützes Gepäck gegen meine Paddeljacke eingetauscht habe, fühle ich mich in meinem Boot seetüchtig und strebe erwartungsfroh weiter der Nordsee entgegen. So paddle ich bis zu Niedrigwasser und schon einsetzender Gegenströmung bis Wedel, wo ich dann eine längere Zwangspause einlege, Mittag esse, lese und den vorbeifahrenden Containerfrachtern zusehe. Jedes Schiff bekommt nach einem Tusch seine Nationalhymne gespielt (die Handeslflotte von Liberia ist ziemlich beeindruckend!) und den Spaziergängern und Gaststättenbesuchern werden Fakten zum Schiff, seiner Route angesagt. Die Ansage „Die 5,20 Meter lange Serenity aus der Valley-Werft in Nottingham verbraucht 2 Liter Mezzomix auf 100 km und transportiert Ingwer und Haribo Colorado von Berlin an die Nordseeküste.“ muss ich aber wohl verpasst haben.

Ursprünglich hatte ich geplant, heute bis Lühesand zu paddeln. Wegen des anhaltenden Schietwetters und der zeitlich eher ungünstigen Tiden beschließe ich aber eher mehr Strecke zu machen, um zum Ende der Woche noch ein paar schöne Tage in Cuxhaven verbringen zu können. Immer wieder gleiche ich Geschwindigkeit mit der Zeit bis zum Sonnenuntergang ab und steuere schließlich den Campingplatz Krautsand an. Der Campingplatz wirbt damit, direkt am Deich zu liegen. Was aber für Wasserwanderer in Wirklichkeit heißt: hinter (!) dem Deich. Nachdem die Räder meines Bootswagens immer wieder im nassen Sand feststecken, beginne ich irgendwann das Boot einfach ohne Wagen über den Sand zu ziehen, was wesentlich leichter ist. Keine zehn Pferde bekommen mich dazu, das Boot über den Deich zu tragen. Also wird es kurzerhand ins Gebüsch geschoben und nur das Nötigste für die Nacht auf den Zeltplatz getragen.

Auch der nächste Morgen beginnt früh, sehr früh. Ich will aber zumindest noch die letzten Stunden des ablaufenden Wasser mitnehmen. Vorbei am AKW Krümmel und der Mündung des Nord-Ostsee-Kanals geht es nach Brunsbüttel. Bei Niedrigwasser tue ich mich schwer, eine vernüftige Stelle zum Aussteigen zu finden. Nachdem ich aber mehrere Male meine Teva-Sandalen im Schlick festgetreten habe, mache ich endlich den beprickten Eingang zum Seglerhafen aus, den ich ansteuere und erstmal zu einer Grundreinigung von Boot, Kleidung und Ausrüstung ansetze.

Am frühen Nachmittag geht es endlich auf die letzte Etappe. Schon von weitem mache ich die Kugelbake an der Elbmündung in die Nordsee aus. Das Fahrwasser macht allerdings den ein oder anderen Schlenker, sodass die Bake nur sehr langsam größer wird. Schließlich geht es vorbei an Cuxhaven und den Kurgästen, die die großen Containerschiffe auf der Elbe bestaunen. Jetzt wird die Kugelbake und der kleine Strand daneben immer größer. Euphorie macht sich breit. Traditionsgemäß fische ich meine Nasenklammer aus der Schwimmweste. Been there. Done a roll.

(Fast) 100 – In großem Bogen rund Potsdam

Potsdam_100So manche Tour wurde im TKV ja bereits als Schinderei verschrien. Mir ist das nicht genug und ich bilde mir ein, eine weitere Langstreckentour wäre noch eine gute Vorbereitung für den Hiddenseemarathon in zwei Wochen. Also klingelt mein Wecker an einem Samstagmorgen einmal mehr deutlich früher als unter der Woche. Mit reichlich Müsliriegeln und Bananen auf dem Deck sowie 500 g Bananenquark im Bauch lege ich um 6:15 Uhr am TKV ab. Die Stimmung ist herrlich und der Tegeler See macht in der Morgensonne einiges her. Hier und die Havel entlang lümmeln bereits erstaunlich viele Angler rum… Über die Spandauer Havel geht es Richtung Wannsee. Die Havel hat einiges an Strömung – zeitweilig fahre ich 12 km/h. So fahre ich nicht wie gewohnt durch Klein Venedig, sondern bleibe im drögen Kanal und lasse mich schieben. An Grunewaldturm, Pfaueninsel und Sacrower Heilandskirche vorbei geht es die Havel runter in den Sacrow-Paretzer Kanal. Ich habe mir vorgenommen, zwei längere Touren, die ich in der Vergangenheit bereits häufiger gefahren bin, kombiniert an einem Tag zu fahren. Mit der Griebnitzsee-Tour und der Runde um Potsdam gibt das ziemlich genau 100 km. Schöne Zahl…

Auch hier im Kanal strömt es gut, sodass ich schon nach fünf Stunden den Abzweig Richtung Werder erreiche. 40 km sind jetzt bereits auf dem Tacho. Ein 8er Schnitt lässt mich optimistisch in die Zukunft blicken. Nur habe ich bisher immer zwei Punkte ausgeblendet: ab jetzt gibt es gute 15 km Gegenwind der Stärke 4 und ab jetzt paddele ich gegen die Strömung. Meine Geschwindigkeit sinkt proportional zu meiner Laune. Immerhin überhole ich diverse Paddler, die es deutlich ruhiger angehen lassen. Kein großer Trost. Der eigentlich geplante Stop in Werder fällt aus. Erst will die Gegenwindstrecke hinter mich bringen – Psychologie und so… Endlich erreiche ich den Schwielowsee und biege in den kleinen Kanal zum Petziensee. Hier ist es windstill, aber es strömt mir deutlich entgegen. Entkräftet steuere ich eine der noch wenigen freien Buchten an und mache eine kurze Pause. Allzu lange will ich aber nicht bleiben. Ein gutes Stück liegt ja noch vor mir.

Griebnitzsee

Den Templiner See hinauf geht es durch Potsdam bis irgendwann endlich die Glienicker Brücke in Sicht kommt. Rechts biege ich ein Richtung Griebnitzsee, wo ich nach 10 Stunden endlich die 70 km vollmache. Ich mache eine weitere kurze Pause, bevor es weiter geht. Auf den folgenden Kilometern mache ich immer wieder kurze Pausen im Boot, lehne mich zurück und entspanne Rücken und Hände. Auf der folgenden Strecke über Pohlesee, Kleinen Wannsee und Großen Wannsee sinkt die Motivation immer weiter. Irgendwie war der letzte Müsliriegel auch nicht der beste Kauf. Direkt nach der schmalen Durchfahrt bei Schwanenwerder mache ich erneut eine Pause. Ich muss dringend mal meine Beine ausstrecken und den Rücken entlasten. Kurz schlafe ich sogar ein, bevor es weiter geht Richtung Schleuse Spandau. Klein Venedig spare ich mir wieder – irgendwie verkraftet meine Psyche den Gedanken an einen Umweg gerade nicht, auch wenn dort die Strömung unter Umständen geringer ist…

Kurz vor der Schleuse steht am Rand einer der obligatorischen Angler. Ich mustere ihn, weil er einem Bekannten verdammt ähnlich sieht. Er bemerkt dies offenbar und meint nur: „Na, endlich auf’m Rückweg?“ Außer einem kurzen „ja“ und einem blöden Blick bekomme ich nicht viel heraus. „Ick stand heute morgen da drüben.“ meint er und zeigt auf die andere Uferseite, von wo ihn ein Stadtfest vertrieben hat. Blöder Blick wird zu einem breiten Grinsen und deutlich entspannter und motivierter geht es jetzt durch die Schleuse auf die letzten knapp 8 km. Ich beschließe, doch nicht mit dem Paddeln aufzuhören, den Hiddensee-Marathon doch nicht abzusagen und sowieso und überhaupt… Durch den direkten Weg statt durch Klein Venedig fehlen mir beim Eintreffen im Verein kurz vor 21:00 Uhr zwei wertvolle Kilometer. Endstand sind 98 km – aber wer wird denn kleinlich sein?

Das ist übrigens eine traumhafte Strecke, die man aber sinnvollerweise besser an zwei bis drei Tagen fahren sollte…

Paddeln, wo andere hin verbannt werden – Elba 2013

Elba in so kurzer Zeit zu umrunden, hatten wir eigentlich gar nicht geplant. Dass wir aus Zeitmangel nicht jeden der 145 Küstenkilometer und damit jede noch so kleine Bucht abfahren, war uns von Anfang an bewusst. In Reaktion auf die Wetterprognosen haben wir die knapp 90 km dann sogar in drei Tagen gepaddelt.

Los geht es in Acquaviva bei Portoferraio. Hier sind wir gestern, nach der Überfahrt aus Richtung Venedig, in einem Campingplatz untergekommen. Man spricht deutsch so wie die meisten der Campinggäste. Im Restaurant gab es hervorragende Küche und das Auto kann die Woche über hier bleiben. Verkehrt ist das alles nicht.

Da die Winde im Laufe der Woche zunehmen und auf West drehen sollen, wollen wir die Westseite der Insel mit weniger Anlandemöglichkeiten lieber hinter uns haben und starten unsere Tour gegen den Uhrzeigersinn.

Der Monte Capanne ist wolkenverhangen. Er und der Rest der Insel präsentieren sich idyllisch und das Wasser ist glasklar. In der letzten Wochen hat es auch hier ordentlich geweht. Davon merkt man heute nichts. Als wir das Nordost-Kapp erreichen, fallen uns immer häufiger kleine blaue Gegenstände auf, die im Meer schwimmen. Was ich erst für Müll halte, entpuppt sich schließlich als… ja was eigentlich. Bei näherer Betrachtung wirken sie wie Quallen, die sich mit einem Segel haben ausrüsten lassen – tatsächlich sind es Segelquallen. Man trifft sie rund Elba wohl nicht so häufig an. Die starken Winde der letzen Woche haben sie aber offensichtlich hierherverschlagen. Sie kommen in immer dichteren Schwärmen, sodass die Sorge aufkommt, links um die Ecke versteckt sich das Mutterschiff und saugt schließlich uns auf.

Im Vorfeld haben wir uns einen Strandführer besorgt, der jeden der gut 150 Strände Elbas in Bezug auf Zugänglichkeit und Beschaffenheit beschreibt. Teilweise fällt die etwas sehr positiv aus, ist aber jedenfalls ein guter Anhaltspunkt. Als Strand werden auch so ziemlich alle Unterbrechungen der Steilküste gewertet. So peilen wir den zuvor ausgewählten Strand Le Tombe an. Dort erwischt uns ein Schauer. Die im Strandführer versprochene Abendsonne bleibt aus. Dafür entschädigen wir uns selbst mit einem Lagerfeuer aus Treibholz und genießen den Blick auf’s Meer hinaus, wo eigentlich Korsika liegen sollte.

Am nächsten Morgen sind tatsächlich die Konturen Korsikas deutlich zu erkennen. Die Gipfel der Berge sind noch schneebedeckt. An diesem Tag lernen wir, wie anfällig Skegs sein können. Erster Kandidat ist Christoph, der sein Skeg-Steuer schon nach wenigen Kilometern wieder gangbar machen muss, bevor eine Grotte zur Befahrung einlädt. Bei der nächsten Anlandung habe ich wiederum Steine vom Kiesstrand in den Skegkasten bekommen und bei dem anschließenden Gezerre an der Vorrichtung den Führungsschlauch aus der Befestigung gerissen. Catharina fährt es zwar noch händisch aus – für den Rest der Etappe bin ich aber stark lufgierig und muss mein Boot während der langen Querung ständig mit Bogenschlägen auf Kurs halten. Die Anstrengung lässt meine Laune in den Keller sinken. Diese hebt sich erst wieder als die Mine, die neben unserem Zielstrand liegt, in Sicht kommt. Nach einer längeren Skegreparatur funktioniert dieses besser als zuvor. Eine endgültige Befestigung verschiebe ich mangels Material aber auf zu Haus.

 

Immerhin scheint die Sonne. Die Laune steigt wieder nach erfolgreicher Reparatur und Christoph muss nicht lange überzeugt werden, eine Roll-Session in der idyllischen Bucht einzulegen. Auch die Handrollen sitzen in leicht bewegtem Wasser, bis nach einer guten halbe Stunde die Luft raus ist. Natürlich lassen wir uns eine Besichtigung des Minengeländes nicht entgehen. Früher Elbas Haupteinnahmequelle wurde hier irgendwann der Betrieb aufgegeben und ohne größere Vorkehrungen alles stehen und liegen gelassen und dem Verfall preisgegeben. Entstanden ist ein feiner Abenteuerspielplatz für Erwachsene.

Am nächsten Tag geht es bei leichtem Nordwind die Ostküste hinaus. Am Strand hatten wir keinen Internetempfang für eine aktualisierte Wetterprognose. Das holen wir nach Einkauf und Mittagessen in Marina die Campo nach. Für die nächsten beiden Tage werden sehr starke Winde aus West angesagt, sodass wir befürchten müssen, auf einem angepeilten Strand an der Ostküste festzusitzen. Wir entsschleßen uns daher bereits heute die Etappe zu verlängern und zum Ausgangspunkt zurückzupaddeln. Und das stellt sich schon jetzt als gute Entscheidung heraus. Es folgt der schönste Abschnitt der Tour. Während der Wind sich legt, rollen die von den Nordwest-Winden der Vortage erzeugten Dünungswellen noch bis zu zwei Meter hoch heran. Sie brechen nur selten, sodass es paddlerisch angenehm bleibt, aber mal richtiges Seekajak-Feeling aufkommen lässt…

Auch die Winde, die ab der anschließenden Nacht über den Campingplatz in Acquaviva fegen und Gischt bis zu unseren 100m vom Strand entfernten Zelten pusten, geben unserer Entscheidung Recht. Bei den Brandungswellen, die über den ganzen Tag in der eigentlich recht geschützten Bucht auflaufen, wäre ein sicheres anlanden nur schwerlich möglich gewesen.

Vogalonga 2013

Die Vogalonga zieht seit fast vierzig Jahren tausende Wassersportler an. Hunderte Ruderboote, Paddelboote und venezianische Gondeln begeben sich einmal im Jahr am Pfingstsonntag gemeinsam auf eine Tour durch die Umgebung von Venedig. Auch für uns soll sie den Höhepunkt der Woche in der Lagune bilden.

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Unsere Wecker klingeln um 6:30 Uhr und nach den üblichen Vorbereitungen geht es vom Steg des Zeltplatzes nach Venedig. Schon auf dem Weg dorthin herrscht ziemlich viel Betrieb. Am Markusplatz angekommen sammeln sich schon hunderte Kajaks, Kanadier, Drachenboote, Ruderboote und Gondeln erwartungsfroh auf den Start. Diesen markiert ein Kanonenschuss, der ein Raunen und Jubeln durch die Menge gehen lässt, woraufhin sich der Pulk auf den knapp 30 km langen Weg macht.

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Das Wetter lässt in diesem Jahr zu wünschen übrig. Der Himmel ist wolkenverhangen. Trotzdem ist die Stimmung gut. Da es jede Menge zu sehen gibt, stören auch kaum einen die vielen Nadelöhre, durch die sich der Bootspulk immer wieder quälen muss. An San Erasmo vorbei geht es Richtung Murano, wo die ersten Versorgungsschiffe auf uns warten. Hier macht sich das tagelange Balltraining bezahlt. Die zugeworfenen Bananen fangen wir anders als andere Mitpaddler gewohnt souverän. Der ein oder andere Paddler nötigt uns trotzdem einigen Respekt ab, wie er mit Wildwasserboot von Heckwelle zu Heckwelle paddelt. Nach einem kurzen Stopp auf San Caterina geht es weiter Richtung Murano. Die Paddlerwelt ist klein. So treffen wir dort auch verschiedene Padler aus Berliner Nachbarvereinen.

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Als wir nach Venedig über Tre Archi einfahren wollen, geht nichts mehr. Hier stauen sich die großen Boote und verkeilen sich immer mehr. Das Tempo sinkt mit steigender Stimmung. Insbesondere die lautstarken Drachenboote sorgen für gute Stimmung im Kanal. Als Kajaker nutzen wir immer wieder die Chance, an den großen Booten vorbeizuschlüpfen und erreichen irgendwann den Canale Grande, auf dem es deutlich leerer ist. Anlässlich der Vogalonga ist er für den Motorbootverkehr gesperrt. Immer wieder feuern uns Venezianer aus ihren Fenstern und Beoabachter von den vollbesetzten Brücken und Piers an. Fröhlich beschwingt geht es so auf den Markusplatz, wo der durch die grandiose Kulisse und die schiere Masse der muskelbetriebenen Boote beeindruckende Rundkurs endet.

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Himmelfahrt auf Spiekeroog (EPP 3)

epp_spiekeroog-01 Über den Europäischen Paddelpass (EPP) wurde an anderer Stelle schon einiges geschrieben und diskutiert. Nachdem wir in den letzten Jahren schon das eine oder andere Mal auf eigene Faust auf Ostsee und dänischer Südsee und in erfahrener Begleitung auf der Nordsee unterwegs waren, war in diesem Jahr Ziel, unsere Kenntnisse und Fähigkeiten in Theorie und Praxis zu vertiefen. Der EPP 3 schien uns dazu als geeignet und wurde von erfahrenen Vereinskollegen wärmstens empfohlen. Angeboten werden die drei Kursbestandteile (Theorie, Brandungstraining & Einweisungsfahrt) von DKV-Küstenreferent Udo Beier. Udo ist ein Unikat, Erfinder der brechenden Schwimmbadwelle und von Freya Hoffmeister. Er hat schon einiges erlebt und erpaddelt – und teilt dieses Wissen gern.

epp_spiekeroog-07Nach dem lehrreichen, aber trockenen Theorieworkshop und vor dem kältebedingt auf später im Jahr verschobenen Brandungspaddeln sollte unsere Einweisungsfahrt in die Nordseegewässer rund um Spiekeroog gehen. „Einweisungsfahrt“ klingt arg dröge, ist aber eine schöne Gepäcktour, bei der reihum alle Teilnehmer mal die Gelegenheit bekommen, Udo ein paar Tonnen zu zeigen, Kurse zu bestimmen und weibliche Austernfischer am Klang des Flügelschlags von männlichen Eiderenten zu unterscheiden. Wir jedenfalls starten, wie wir es im Rahmen der zuvor angefertigten Hausaufgaben berechnet hatten, mit dem Hochwasser in Neuharlingersiel. Mit uns haben sich weitere gut hundert Seekajaks zum Himmelfahrtstreffen der Salzwasserunion auf Spiekeroog aufgemacht. Die Wetterprognosen sind nicht wirklich ideal: recht frisch und ziemlich starker Wind aus Südwest. Nachdem die Nasen kurz über den Deich gehalten wurden, ergab die allgemeine Stimmung, dass wir von der Umrundung von Spiekeroog heute noch absehen und uns direkt am Fahrwasser entlang nach Spiekeroog auf den Weg machen. Kurz vor Spiekeroog werden wir unerwarteterweise von der Fähre Langeoog II aufs Korn genommen. Sie und ihren plötzlichen Kurs auf Langeoog hat dort niemand erwartet. Nach dem Schrecken und verschiedenen Schleppübungen gönnen wir uns im Hafen von Spiekeroog erstmal eine Pause. Um noch ein wenig zu paddeln, geht es anschließend noch nicht direkt zum Zeltplatz, sondern das Gatt nach Langeoog wird gequert und wir vertreten uns dort auf trocken gefallenen Sandbänken die Beine. Jetzt aber rüber zum Zeltplatz, vor dessen Dünen sich schon beeindruckend Kajak an Kajak reiht – knapp 150 sollen es bei einer inoffiziellen Erhebung sein. Bei keinem Testival bekommt man wohl mehr Vielfalt geboten.

epp_spiekeroog-13Wegen der Windprognosen spricht alles für ein Standquartier auf Spiekeroog. So richtig traurig ist darüber niemand – nur aus dem geplanten Besuch von Baltrum wird daher wohl leider nichts. An Tag zwei wird erneut die Umrundung von Spiekeroog angepeilt. Es bleibt bei 5er-Wind aus Süd-West. Nicht eben ideal. Vor Spiekeroog West steht Brandung. Der Start der neunköpfigen Gruppe zieht sich daher ein wenig hin. Der ein oder andere wird bei den angesetzten Stützübungen immer wieder an Land gespült. Die Tour wird daher recht schnell abgesagt und in Brandungsübungen umgewidmet. Jetzt heißt es kanten, surfen, stützen und rollen. So werden aus der geplanten Umrundung nur knapp sechs Kilometer auf und ab – die aber ständig am Anschlag und zusätzlich mit der Gelegenheit, das Verhalten des eigenen (leeren) Bootes ausgiebig in der Brandung zu testen. Leider wirft mich der letzte Surf an Land in guter Tradition um. Die anschließende souveräne Rolle begeistert den Chef („Hallenbad Rolle rechts“) aber nachhaltig. Der Rest des Tages wird mit Landgang an Primär-, Sekundär- und Tertiärdünen vorbei ins idyllische Örtchen gefüllt, wo bei Kaffee und Kuchen ein kurzer Hausaufgaben-Check erfolgt.

epp_spiekeroog-27Tag drei: zum dritten Mal wird die Umrundung von Spiekeroog angepeilt. Wir einigen uns darauf, dass die Prognose von Windfinder die richtige sein muss, da sie uns weniger Wind und Regen als die Alternativen bereithält. Mit auflaufendem Wasser paddeln wir über das Harlesieler Wattfahrwasser Richtung Hafen Harlesiel. Westlich vom Leitdamm erreichen wir einen kleinen Strand und waten durch kniehohen Schlick an Land. Standesgemäß gibt es zum Mittag reichlich Fisch geräuchert oder in Bierteig frittiert. Udo schrammt unterdessen knapp an Harlesiel-Verbot wegen wiederholter Beleidigung von Kundinnen des Fischstands vorbei.

Entlang des Harlesieler Leitdamms und des Fahrwassers steuern wir jetzt Wangerooge an, wo wir einen kurzen Zwischenstopp einlegen wollen. Die Strecke legen wir in Rekordzeit zurück, da uns Strömung und Surfwellen kräftig nach Nordwesten schieben. Unterwegs ziehen wir die Aufmerksamkeit von zwei Dutzend Seehunden auf uns, die rund um die Gruppe von Kajakern immer wieder einzeln oder in kleinen Gruppen auftauchen. Erwischt habe ich das fotoscheue Pack gleichwohl nicht richtig.

epp_spiekeroog-47Von Wangerooge aus geht es jetzt auf die heutige Königsetappe: auf der Seeseite von Spiekeroog entlang. Wir paddeln gegen den Wind, der langsam auf West gedreht hat und immer noch gute fünf Windstärken hat. Teilweise geht unsere Geschwindigkeit auf kapp 2 km/h runter. Richtig garstig wird es, sobald der für vier Uhr angesagte Regen mit deutlicher Verspätung um 16:03 Uhr einsetzt. Die Regentropfen prasseln auf Wasser und vor allem ins Gesicht, was sowohl Sicht als auch Vorankommen deutlich erschwert. Als der Regen nach einer guten Stunde erst nachlässt und anschließend ganz aufhört, haben wir trotzdem schon eine gute Strecke zurückgelegt. Jetzt ergibt sich auch die Gelegenheit, immer mal wieder in die vereinzelten Brandungszonen zu paddeln und ein wenig zu surfen und spielen. Zum Ende hin zieht sich die Strecke dann allerdings, da die Robbenplate bereits deutlich trocken gefallen ist und umrundet werden muss. Teilweise ist die eigentliche Insel hinter dem hohen Watt nicht mehr zu erkennen. Als der Zeltplatz endlich in Sichtweite ist, wird – nicht unbedingt zur Freude aller Teilnehmer – noch ein kurzer Gang auf die Wattfäche eingelegt, die sich beeindruckend weit vor die Insel gelegt hat und nur durch kleine Rinnsale unterbrochen wird. Jetzt sind es nur noch ein paar hundert Meter bis zur Wattkante vorm Zeltplatz bis wir endlich wieder die Bootswagen auspacken und an Land rollern dürfen.

epp_spiekeroog-40Für die Rückfahrt am Sonntag halten sich sowohl Windstärke wie auch Windrichtung. Da wir noch den Janssand umfahren wollen, halten wir zunächst auf Langeoog zu und damit in den Wind. Als wir den angesteuerten Prickenweg erreicht haben, werden wir dafür aber mit Rückenwind belohnt und können für gut fünf Kilometer immer wieder einen guten Surf genießen. Westlich vom Leitdamm beenden wir auf einem kleinen Strand unsere Tour.

Nachklapp: Udo hat die Tour im Kanu-Forum weiter erläutert.